
Wer heute «nachhaltig» auf eine Verpackung schreibt, muss das künftig belegen können. Die EU macht ernst: Mit der Empowering Consumers Directive (EmpCo) werden ab 2026 Umweltaussagen ohne unabhängige Zertifizierung unzulässig. Begriffe wie «umweltfreundlich», «klimaneutral» oder «recycelt» dürfen dann nur noch verwendet werden, wenn sie durch ein anerkanntes, unabhängig geprüftes Zertifizierungssystem belegt sind. Unternehmen, die das nicht nachweisen können, riskieren Abmahnungen und Reputationsschäden. Silac ist vorbereitet – und hat die ISCC PLUS-Zertifizierung erfolgreich erneuert.
Was sich seit 2024 verändert hat
Silac hat die ISCC PLUS-Zertifizierung (International Sustainability and Carbon Certification) erstmals im 2024 erhalten. Seitdem hat sich der Kontext verändert: Die EU-Regulierung zu Green Claims nimmt konkrete Form an, der Druck auf Unternehmen steigt, und ISCC hat mit dem Licensing Scheme eine neue Option für Markeninhaber eingeführt. Drei gute Gründe, das Thema neu zu beleuchten.
Was ISCC PLUS bedeutet – und warum es mehr ist als ein Label

Die ISCC PLUS-Zertifizierung ist ein weltweit anerkannter, unabhängiger Standard. Er stellt sicher, dass nachhaltige Rohstoffe – recycelte oder biobasierte Materialien – entlang der gesamten Lieferkette nachvollziehbar sind.
Das Herzstück ist das Massenbilanzprinzip: Nachhaltige und konventionelle Rohstoffe können in der Produktion kombiniert werden, solange die Menge an nachhaltigem Material lückenlos dokumentiert und über die gesamte Lieferkette verfolgt wird. So kommt am Ende genau das an, was am Anfang als nachhaltig deklariert wurde.
Entscheidend dabei: Jedes Glied der Lieferkette muss zertifiziert sein. Ein nicht zertifiziertes Unternehmen darf Material nicht als ISCC-zertifiziert weitergeben und keine entsprechenden Nachhaltigkeitserklärungen ausstellen. Dank einer unabhängigen Prüfung schliesst das System Greenwashing strukturell aus.
Ein wichtiger Vorteil gegenüber anderen Nachhaltigkeitslabels: ISCC PLUS erfüllt bereits heute die Anforderungen der EmpCo-Richtlinie. Die EU hat das System als anerkanntes Zertifizierungssystem eingestuft. Für Kunden von Silac bedeutet das: Nachhaltigkeitsaussagen, die auf der ISCC PLUS-Zertifizierung basieren, sind ab 2026 regulatorisch abgesichert.
Jährliche Rezertifizierung: ein bewusster Entscheid

ISCC PLUS ist keine einmalige Auszeichnung. Die Zertifizierung muss jedes Jahr erneuert werden – durch ein unabhängiges Audit einer akkreditierten Zertifizierungsstelle. Geprüft werden Rückverfolgbarkeit, Mengenbuchhaltung und die Einhaltung der Chain-of-Custody-Anforderungen. Die jährliche Erneuerung erfordert interne Vorbereitung, lückenlose Dokumentation und eine externe Prüfung – ein Prozess, den viele Unternehmen scheuen.
Silac hat die Zertifizierung dennoch erneut durchlaufen. Für Geschäftsführer Peter Birchler ist das ein bewusster Entscheid.
«Nicht viele Unternehmen in unserer Branche nehmen diesen Aufwand auf sich. Für uns ist es ein klares Zeichen, dass wir Nachhaltigkeit ernst meinen – und das auch belegen können.»
Was das für unsere Kunden konkret bedeutet

Foto: Die ISCC-zertifizierte Brusthütchen-Box von Medela, produziert von Silac.
Die Zertifizierung ist kein internes Thema. Sie hat direkte Auswirkungen auf das, was Kunden von Silac erhalten und kommunizieren können. Wer bei Silac Produkte aus ISCC PLUS-zertifizierten Materialien bezieht, profitiert von:
- Reduktion der CO₂-Bilanz: Zertifizierte Materialien ersetzen fossile Rohstoffe und verbessern die eigene Klimabilanz nachweislich. Das Beispiel der Medela Brusthütchen Box zeigt, was möglich ist. Die Aufbewahrungsbox für Contact™ Brusthütchen besteht zu einem hohen Anteil aus recyceltem Polypropylen – das Kunststoffgewicht wurde um 13 % reduziert, die CO₂-Emissionen pro Einheit um 89 %. Qualität und Funktionalität bleiben dabei unverändert.
- Lückenloser Rückverfolgbarkeit: Die Herkunft der eingesetzten Materialien ist dokumentiert und unabhängig geprüft – von der Rohstoffquelle bis zum fertigen Produkt.
- Rechtlicher Absicherung: Mit einer unabhängig verifizierten Zertifizierung sind Nachhaltigkeitsaussagen ab 2026 konform mit der EU EmpCo-Richtlinie – kein Abmahnrisiko, keine Reputationsgefahr.
- Glaubwürdigkeit bis zum Endkonsumenten: Das ISCC PLUS-Label steht für geprüfte Nachhaltigkeit – sichtbar und nachvollziehbar nicht nur in der Lieferkette, sondern bis zum fertigen Produkt im Regal.
Neu: ISCC-Lizenzierung für Markeninhaber
Parallel zur Zertifizierung hat ISCC ein neues Instrument eingeführt: das Licensing Scheme für Brand Owners. Es richtet sich an Markeninhaber am Ende der Lieferkette – also Unternehmen, die fertige Produkte mit ISCC-zertifizierten Materialien in den Markt bringen, ohne das Material selbst wesentlich zu verändern.
Der Hintergrund: Nicht jedes Unternehmen ist direkt in die Verarbeitung von Rohstoffen eingebunden. Wer ein fertiges Produkt mit ISCC-zertifiziertem Material bezieht und dieses unter eigenem Markennamen verkauft, braucht dafür keinen vollständigen Zertifizierungsprozess – sondern eine Lizenz.
Der praktische Unterschied zur Zertifizierung:
- Die Lizenz erfordert kein jährliches Pflichtaudit durch eine externe Zertifizierungsstelle.
- ISCC behält sich stichprobenartige Integritätsprüfungen vor.
- Die Lizenz ermöglicht die Verwendung von ISCC-Logos und -Claims auf Produkten – ein wichtiges Instrument für die Kommunikation gegenüber Endkonsumenten.
Wichtig: Wer Material aktiv verarbeitet oder verändert, bleibt auf die Zertifizierung angewiesen. Die Lizenzierung ist kein Ersatz, sondern eine Ergänzung – für jene, die am Ende der Kette stehen und ihre Nachhaltigkeitskommunikation stärken wollen.
Silac ist seit 2024 sowohl zertifiziert als auch lizenziert und kann Kunden auf diesem Weg begleiten und beraten.
Nachhaltigkeit, die sich beweisen lässt
Die Anforderungen steigen – regulatorisch und im Markt. Endkonsumenten wollen wissen, was in einem Produkt steckt und woher es kommt. Die EU gibt ihnen ab 2026 das Recht auf nachprüfbare Aussagen. In diesem Umfeld ist eine unabhängig geprüfte Zertifizierung kein nice-to-have, sondern ein strategisches Instrument.
Silac hat frühzeitig investiert – in die Zertifizierung, in den jährlichen Erneuerungsprozess und in die Lizenzierung. Der Aufwand ist bewusst gewählt. Denn wer Nachhaltigkeit kommunizieren will, muss sie auch belegen können.
Möchten Sie Ihre Produkte mit ISCC PLUS-zertifizierten Materialien fertigen lassen? Nehmen Sie Kontakt auf – wir zeigen Ihnen, was bei Silac möglich ist.
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